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01.09.2017

NABU und REWE starten in Köln die „Aktion Biotonne Deutschland“

 

  • Millionen Tonnen an Gemüse-, Obst- und Essensresten sowie Gartenabfälle werden falsch getrennt und landen im Restmüll
  • Allein in Köln bleiben jährlich pro Kopf 70 kg Bioabfall ungenutzt
  • Plastik & Co. in der Biotonne bereiten Kompostanlagenbetreibern große Probleme
  • Info-Stände in bundesweit über 2.000 REWE-Märkten geben Tipps zur richtigen Kompostierung
  • Kampagne wird unterstützt von Bundesumweltministerium, Entsorgerverbänden und zahlreichen deutschen Städten und Kreisen

 
Rund die Hälfte der Abfälle in der Restmülltonne sind Bioabfälle und damit kompostierbar. Das sind in Deutschland etwa 6,5 Millionen Tonnen. Nur 4,5 Millionen Tonnen landen jedoch in der Biotonne. Somit könnte fast die 2,5-fache Menge an Bioabfall in der Biotonne gesammelt werden. Um dieses große Potenzial für den Ressourcenschutz zu heben, haben heute (01.09.) in Köln der Naturschutzbund (NABU), REWE und die Stadt Köln gemeinsam die „Aktion Biotonne Deutschland“ vorgestellt, die am Montag, 4. September, offiziell startet. Es ist eine der größten bundesweiten Kampagnen im Bereich Abfall und Recycling seit der Einführung des „Grünen Punktes“ in den 90er-Jahren. Zu den Unterstützern gehören Bundesumweltministerium, Landesumweltministerien, Entsorgerverbände und zahlreiche deutsche Kreise, Städte und Gemeinden.
 
Ziel der „Aktion Biotonne Deutschland“ ist es, die Menschen für den Wertstoff Kompost zu sensibilisieren und dadurch die Menge und Qualität von verwertbaren Bioabfällen zu steigern. Wie können Küchenabfälle besser verwertet werden und wie hilft richtige Mülltrennung der Umwelt? Antworten auf diese und weitere Aspekte der Problematik geben in den kommenden acht Wochen Abfallberater der Kommunen und Wertstoffhöfe sowie Informationsstände in mehr als 2.000 REWE-Märkten. Den Startschuss für die Aktion gaben Olaf Tschimpke, Präsident des NABU, Dr. Daniela Büchel, bei REWE als Bereichsvorstand unter anderem auch für Nachhaltigkeit verantwortlich, Dr. Harald Rau, Kölner Dezernent für Soziales, Integration und Umwelt, sowie Hartmut Haeming, Geschäftsführer der Kölner Kompostierungsgesellschaft.


NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Noch immer landen Bananenschalen, Kaffeefilter und weitere Küchen- und Gartenabfälle im Restmüll und werden danach verbrannt. In vielen deutschen Landkreisen machen diese Abfälle rund die Hälfte der schwarzen Tonne aus. Das ist zu viel! Klimafreundliches Biogas und umweltfreundliche Komposte erhalten wir nur, wenn Bioabfälle in der Biotonne landen. Richtiges Trennen bedeutet, dass Plastiktüten oder Glas nicht länger in der Biotonne, sondern in der Gelben Tonne und im Altglascontainer landen. Besseres Trennverhalten hängt dabei nicht nur von einer guten Verbraucheraufklärung ab, sondern auch von Landkreisen, die verbraucherfreundliche Abholsysteme mit der Biotonne ohne Ausnahme aufbauen und ausweiten.“

„Dank gezielter Werbekampagnen konnte die Anschlussquote für die Biotonne in Köln in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht werden, mittlerweile steht auf rund 57 Prozent der Kölner Grundstücke eine Biotonne. Analysiert man die Zusammensetzung der gesammelten Bioabfälle, so überwiegen Gartenabfälle vor den Küchen- und Speiseabfällen. Entsprechend enthält der Kölner Restmüll noch einen biogenen Anteil von rund 36 Prozent. Hier schlummert ein Potential von 70 kg Bioabfällen pro Einwohner und Jahr, für deren getrennte Sammlung es die Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen gilt. Egal ob Küchen- und Speisereste aus Unwissenheit, Bequemlichkeit oder Platzmangel im Restmüll landen und damit Ressourcen verschwendet werden, die bundesweite Aktion Biotonne leistet hier wertvolle Aufklärung, Unterstützung und Motivation“, so Dr. Harald Rau, Kölner Dezernent für Soziales, Integration und Umwelt.


„Die Komposte, die wir produzieren, können nur so gut sein wie der Bioabfall, der in die Kompostierungsanlage geht“, so Hartmut Haeming, Geschäftsführer der Kölner Kompostierungsgesellschaft. „Alle Verunreinigungen wie etwa Plastik müssen von den Mitarbeitern in der Kompostierungsanlage von Hand und mit aufwändiger Maschinentechnik wieder aussortiert werden, um die strengen gesetzlichen Anforderungen für Komposte zu erreichen. Nur erstklassiger Kompost lässt sich heutzutage vernünftig vermarkten. Deshalb gilt für uns der Wahlspruch: Lieber Klasse statt Masse! Ideal wäre natürlich Klasse und Masse. Und genau diesem Ziel dient ja diese Kampagne“.


„REWE engagiert sich bereits seit 2016 als Gründungsmitglied in Hessen für die Aktion Biotonne, die dort sehr erfolgreich mit den Partnern umgesetzt wurde“, erläutert Dr. Daniela Büchel das Engagement seitens REWE. Damals konnten bei 130 teilnehmenden REWE-Märkten allein schon 10 Millionen Kundenkontakte erzielt werden. Bei der Aktion Biotonne Deutschland gibt es nun in mehr als 2.000 REWE-Märkten Informationsstände. „Die am Montag startende Kampagne ist für uns der nächste logische und konsequente Schritt, unseren Beitrag dafür zu leisten, dass Bewusstsein der Verbraucher für den hohen ökologischen Wert von Biomüll jetzt deutschlandweit zu schaffen und zu stärken. Denn Lebensmitteleinzelhändler bieten diejenigen Artikel an, deren unverarbeitete Reste als Küchenabfälle größtenteils über die Biotonnen entsorgt werden sollen. Wenn es uns gemeinsam gelingt, die Qualität des Biomülls zu verbessern und mehr Küchenabfälle über die Biotonne zu sammeln, kann damit ein positiver Effekt für mehr Umwelt- und Klimaschutz erzielt werden.“
 
Bis zum 04. November 2017  können sich Verbraucherinnen und Verbraucher in über 2.000 REWE-Supermärkten rund um das Thema Bioabfall informieren. Flyer und Aufsteller im Markt veranschaulichen, was in die braune Tonne gehört und was nicht und sie erläutern, warum Bioabfälle in der richtigen Tonne Umwelt und Klima schützen. Gleichzeitig organisieren beteiligte Kommunen zahlreiche Informationsveranstaltungen und klären die Bürgerinnen und Bürger mit weiteren Info-Materialien über die Getrenntsammlung von Küchen- und Gartenabfällen vor Ort auf.


Weitere Informationen zur „Aktion Biotonne Deutschland“ und zur richtigen Biomüll-Trennung gibt es unter www.aktion-biotonne.dewww.NABU.de/biomuell und https://nachhaltig.rewe.de/projekte/biotoni.
 
Über NABU:
Der NABU engagiert sich seit 118 Jahren für Mensch und Natur. Mit mehr als 620.000 Mitgliedern und Förderern ist er der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland. Neben Vogel- und Artenschutz engagiert sich der NABU für den globalen Klimaschutz, setzt sich für eine nachhaltige europäische Agrarpolitik ein, kümmert sich um saubere Meere und vieles mehr. Die besondere Stärke des NABU liegt in der fachlichen Kompetenz und der praktischen Naturschutzarbeit seiner aktiven Mitglieder, die in über 2.000 Ortsgruppen organisiert sind. Zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen tritt der NABU für die praktische Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft ein, die sich durch die Vermeidung und Wiederverwertung von Abfällen auszeichnet.
 
Über REWE:
Mit einem Umsatz von 18,4 Mrd. Euro (2016), rund 120.000 Mitarbeitern und weit über 3.000 REWE-Märkten gehört die REWE Markt GmbH zu den führenden Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Die REWE-Märkte werden als Filialen oder durch selbstständige REWE-Kaufleute betrieben.
Die genossenschaftliche REWE Group ist einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Im Jahr 2016 erzielte das Unternehmen einen Gesamtaußenumsatz von über 54 Milliarden Euro. Die 1927 gegründete REWE Group ist mit ihren 330.000 Beschäftigten und 15.000 Märkten in 19 europäischen Ländern präsent. In Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2016 rund 240.000 Mitarbeiter in rund 10.000 Märkten einen Umsatz von 39 Milliarden Euro.
REWE nimmt seit Jahren durch zahlreiche Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit eine führende Rolle in der Branche ein. Als erste große Lebensmitteleinzelhandelskette hat REWE 2016 bundesweit die Plastiktragetasche ausgelistet und zu einem gesellschaftlichen Umdenken beigetragen. Diese Vorbildfunktion von REWE im Lebensmitteleinzelhandel erhoffen wir uns auch bei dem aktuellen abfallwirtschaftlichen Thema.


Für Rückfragen:
NABU, Sascha Roth, sascha.roth@nabu.de, Tel. 030 – 284 984 1660
REWE Markt GmbH, Unternehmenskommunikation, presse@rewe.de, Tel. 0221 – 149 1644